GKV oder PKV als Angestellter: Was ist günstiger?
Die Entscheidung zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung hat große Auswirkungen auf das Netto.
GKV 2026: Der allgemeine Beitragssatz liegt bei 14,6 %, davon zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer je 7,3 %. Dazu kommt der kassenindividuelle Zusatzbeitrag, der zwischen 1,5 % und 3,5 % liegt (Durchschnitt ca. 2,5 %). Gesamtbelastung Arbeitnehmer: ca. 8,55 % des Bruttogehalts, höchstens bis zur Beitragsbemessungsgrenze (BBG 2026: 5.512,50 €/Monat). Über der BBG zahlt der GKV-Versicherte den Maximalbeitrag von ca. 471 € plus Zusatzbeitrag.
PKV: Als Angestellter kannst du zur PKV wechseln, wenn du regelmäßig über der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG 2026: 73.800 €/Jahr = 6.150 €/Monat) verdienst. Der Arbeitgeber zahlt auch bei PKV einen Zuschuss (max. halber GKV-Höchstbeitrag, ca. 421 € monatlich 2026).
PKV lohnt sich besonders für: Junge, gesunde Gutverdiener ohne Kinder. Ein 30-jähriger Mann ohne Vorerkrankungen zahlt je nach Tarif 250–400 € PKV-Beitrag – mit Arbeitgeberzuschuss also unter 100 € Eigenanteil. Zum Vergleich: GKV-Höchstbeitrag ca. 471 € Arbeitnehmeranteil.
PKV lohnt sich weniger für: Familien (Kinder sind nicht beitragsfrei mitversichert), ältere Arbeitnehmer (Beiträge steigen), Menschen mit Vorerkrankungen (Risikozuschläge), und wer plant, später in die GKV zurückzukehren (nur bis 55 Jahren unter bestimmten Bedingungen möglich).
Die Beitragsrückerstattung: Viele PKV-Tarife erstatten einen Teil des Jahresbeitrags, wenn keine Leistungen in Anspruch genommen wurden. Das kann die Effektivkosten deutlich senken – aber nur, wenn man gesund bleibt.
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Ab welchem Gehalt kann ich zur PKV wechseln?
Ab einem regelmäßigen Brutto von 6.150 €/Monat (JAEG 2026). Wichtig: Das Gehalt muss dauerhaft über dieser Grenze liegen – bei Kurzarbeit oder unbezahltem Urlaub kann die GKV-Pflicht wieder einsetzen.
Kann ich als PKV-Versicherter wieder in die GKV zurück?
Nur unter sehr bestimmten Bedingungen: unter 55 Jahre alt, Einkommen unter die JAEG sinkend (z. B. durch Stundenreduzierung), oder in Elternzeit. Nach 55 ist der Rückweg in die GKV faktisch versperrt.
Sind Kinder in der PKV mitversichert?
Nein – anders als in der GKV muss jedes Kind in der PKV einzeln versichert werden. Das kostet je nach Tarif 80–150 € pro Kind und Monat. Bei mehreren Kindern ist die GKV meist günstiger.
Was passiert mit meiner PKV, wenn ich in Rente gehe?
In der Rente gibt es keinen vollen Arbeitgeberzuschuss mehr. Der Rentner zahlt die PKV-Prämie überwiegend selbst. Das kann im Alter teuer werden – besonders wenn der Beitrag bis dahin stark gestiegen ist.